Altertum – die Geschichte

Die Epoche des Alten Ägyptens gilt als eine der bedeutendsten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte. Sie war geprägt von monumentaler Architektur wie Pyramiden und Tempeln, einer hochentwickelten Verwaltung sowie einer einzigartigen Schriftkultur. Religion und Götterverehrung bestimmten das alltägliche Leben und hatten großen Einfluss auf Kunst, Politik und Gesellschaft. Ägypten war vor der Reichsgründung bis zur Eroberung durch Alexander den Großen wird in 31 Dynastien eingeteilt.

3000-2680 v. Chr.

Frühzeit (1. und 2. Dynastie): Mythischen Vorstellungen zufolge hat der König Menes das Einheitsreich und die Stadt Memphis gegründet. Wahrscheinlicher ist, daß sich das Pharaonenreich allmählich gebildet hat. In diesem Zeitraum haben sich Schrift und Beamtentum entwickelt. Wobei Grundlagen bereits zuvor vorhanden waren. Die Könige dieser Zeit legten den Grundstein für die zentrale Verwaltung und die religiösen Traditionen des Reiches. Erste monumentale Grabanlagen bezeugen zudem den wachsenden Einfluss des Königtums.

2680-2190 v. Chr.

Altes Reich (3.-6. Dynastie): Bau der Pyramide König Djosers und der Pyramiden der Könige Cheops, Chephren und Mykerinos. Seit der fünften Dynastie werden die Könige als Söhne des Sonnengottes verehrt; sie errichten ihre Sonnenkultstätten bei Abusir. Der letzte bedeutende König des Alten Reiches ist Pepi II. Ägypten stürzt in eine Zeit der Wirren. Diese Epoche gilt als das „Zeitalter der Pyramiden“, in dem monumentale Bauwerke das Machtbewusstsein der Pharaonen widerspiegelten. Wirtschaftlicher Wohlstand und eine straff organisierte Verwaltung bildeten die Grundlage für die kulturelle Blüte dieser Zeit.

2190-1550 v. Chr.

Mittleres Reich (11.-12. Dynastie): König Montuhotep II bringt Ägypten unter seine Herrschaft und läßt sich in Deir el-Bahari bestatten. Die Kultivierung des sumpfigen Faijums findet in der 12. Dynastie unter Amenemhat III statt. Königliche Begräbnisstätte der 12. Dynastie sind unter anderem el-Lischt, el-Lahun und Hawara nahe des Faijum gelegen. Ab der 13. Dynastie folgen wieder Zeiten der Wirren, die mit der Herrschaft der Hyksos (Fremde Herrscher) ab der 15. Dynastie enden. Das Mittlere Reich zeichnet sich durch eine Phase politischer Stabilität und wirtschaftlicher Erneuerung aus. Zudem entstanden bedeutende literarische Werke, die noch Jahrhunderte später großen Einfluss auf die ägyptische Kultur hatten.

1550-1070 v. Chr.

Neues Reich (18.-20. Dynastie): Wiederherstellung der Herrschaft Ägyptens in Nubien. König Thutmosis I. weitet das Einflußgebiet Ägyptens vom Euphrat im Norden bis zum 4. Nilkatarakt im Süden aus. Amenophis III. führt Ägypten zu größtem Wohlstand und Luxus. Amenophis IV. nennt sich Echnaton und macht Amarna zur neuen Hauptstadt. Nachfolger Echnatons war Tutanchamun. Ramses II. (19. Dynastie) ist 66 Jahre an der Regierung. In dieser Zeit kommt es zu einem Friedensvertrag mit den Hethitern und zu sehr großen Bautätigkeiten. Der Abschluss der Herrschaftsfolge im Neuen Reich bildet Ramses XI. Es folgt die 3. Zwischenzeit (21. -24. Dynastie).

715-332 v. Chr.

Spätzeit (25.-31. Dynastie): In der 25. Dynastie regieren äthiopische Herrscher. Ein ägyptischer Deltafürst vertreibt die Äthiopier und ihre Nachfolger die Assyrer und begründen die 26. Dynastie. Alexander der Große beendet 332 v. Chr. die Herrschaft der Perser (27. und 31. Dynastie).

332 v. Chr. – Alexandria wird gegründet

Alexander der Große erobert Ägypten und gründet Alexandria, das sich bald zu einem Zentrum griechischer Kultur entwickelt.

31 v. Chr.

In der Schlacht bei Actium erobert Ovctavian Alexandria und leitet so die römische Herrschaft in Ägypten ein.

639 n. Chr.

Die Araber beginnen Ägypten zu erobern und machen es zu einer Provinz des Kalifenreiches.

969

Die Fatimiden fallen in Ägypten ein, beenden die Abhängigkeit vom Kalifat und gründen Kairo mit die Azhar-Moschee.

1171

Saladin vertreibt die Fatimiden, ab seiner Zeit ist Ägypten sunitisch. Daher wird die Azhar-Moschee geschlossen.

1250

Die Mamelucken erlangen die Kontrolle über Ägypten und stoppen 1260 den Vorstoß der Mongolen.

1517

Nach der osmanischen Eroberung wird Ägypten türkische Provinz. Die Verwaltung bleibt jedoch den Mamelucken überlassen.

1798-1801

Die französische Besetzung unter Napoleon Bonaparte beendet die Herrschaft der Mamelucken.

1805

Muhamed Ali wird vom Osmanischen Reich als Herrscher über Ägypten anerkannt.

1869

Eröffnung des Suezkanals.

1882

Britische Truppen landen in Ägypten und beenden die ägyptische Unabhängigkeit.

1914

Ägypten wird britisches Protektorat. Nach Ende des 1. Weltkrieges strebt Ägypten nach Unabhängigkeit.

1922

Die britische Regierung entläßt Ägypten in die Unabhängigkeit als parlamentarische Monarchie, sichert sich aber die militärische Präsenz im Land.

1939-1945

Ägypten bleibt bis 1945 neutral, obwohl deutsche und italienische Truppen Teile Ägyptens besetzt haben.

1948

Ägyptische Soldaten greifen auf der Seite der Arabischen Liga in den Kampf gegen die Zionisten ein, die Palästina erobert und den Staat Israel ausgerufen haben.

1952

Der Staatsstreich General Nagibs zwingt König Faruk zum Rücktritt. Nagib wird Ministerpräsident und ein Jahr später, nach Ausrufung der Republik, auch Staatspräsident.

1954

Gamal Abd el-Naser übernimmt die Macht in Ägypten.

1956

Nach dem Abzug der britischen Truppen aus der Kanalzone führt die Verstaatlichung der Suezkanalgesellschaft zum Suezkrieg.

1958-1961

Ägypten und Syrien bilden die Vereinigte Arabische Republik (VAR) unter Nasser als Staatspräsident. Ägypten behält den Namen VAR auch nach Scheitern der Republik bis zum Jahr 1971 bei.

1967

Im 3. Israelisch-Arabischen Krieg (Sechstagekrieg) erobert Israel die Halbinsel Sinai.

1970

Nach dem Tod von Nasser tritt Anwar As-Sadat die Nachfolge an.

1973

Ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und Ägypten beendet den 4. Israelisch-Arabischen Krieg (6. Oktober-Krieg).

1979

Die Staatsoberhäupter von Ägypten und Israel unterzeichnen einen Friedensvertrag, der zur wirtschaftlichen und diplomatischen Isolierung Ägyptens innerhalb der arabischen Staaten führt.

1981

Präsident Sadat wird ermordet. Sein Nachfolger im Amt ist Muhammad Husni Mubarak.

1991

Ägypten steht im Golfkrieg auf der Seite Kuwaits.

1994

Die ägyptische Regierung versucht dem Terror islamischer Extremisten zu stoppen. Das Parlament verlängert die seit der Ermordung Sadats bestehenden Notstandsgesetze.

1995

Ein fundmentalistisch islamisches Kommando versucht in Addis Abeba Präsident Mubarak zu ermorden.