Eine Wüstensafari gehört für mich zu den schönsten Ausflügen in Hurghada. Wir haben selbst eine Quad-Tour gemacht, mit Fahrt durch die Dünen, Tee im Beduinendorf und einem Sonnenuntergang, bei dem alles orange und rot wurde. Solche Besuche bei den Beduinen habe ich auch sonst schon mehrmals erlebt. Hier siehst du, welche Touren es gibt und wie ein Tag abläuft, dazu Tipps, worauf du achten solltest.

Die Wüste hinter Hurghada

Direkt hinter der Stadt beginnt die Ostwüste, die sich bis zum Niltal zieht. Sie wird von einer Bergkette geprägt, die parallel zur Küste verläuft, dazwischen liegen breite Täler, die Wadis. Große Dünenfelder wie in der Sahara gibt es hier kaum, auf den Quad-Touren fährst du aber auch durch sandige Abschnitte mit Dünen. Schon kurz hinter der Stadt wird es still, weit und fast menschenleer.

Blick über schroffe Berge der Ostwüste im goldenen Abendlicht
Die Berge der Ostwüste im Abendlicht. Foto: Youhana Nassif / Unsplash

Welche Touren es gibt

Arten der Wüstensafari in Hurghada im Vergleich
TourWas dich erwartetPasst zu
Quad-SafariDu fährst selbst, in der Gruppe hinter dem GuideAction und Fahrspaß
Jeep-SafariEin Fahrer bringt dich über Pisten tiefer in die WüsteFamilien, wer es bequemer mag
BuggyWie Quad, aber mit Sitz nebeneinander und ÜberrollbügelPaare, die zusammen fahren wollen
KamelrittKurzer, ruhiger Ritt, oft Teil einer KombitourFotos und gemütliches Tempo
Super-SafariKombination aus Quad oder Jeep, Kamel, Beduinendorf, Abendessen und SonnenuntergangAlle, die alles an einem Tag wollen

Wer sich für Geschichte interessiert, kann auch einen Tagesausflug zum Mons Claudianus machen. In diesem römischen Steinbruch mitten in der Ostwüste wurde vom 1. bis ins 3. Jahrhundert Granodiorit abgebaut, unter anderem für das Pantheon in Rom. Von Hurghada fährst du etwa anderthalb Stunden, am besten mit einer organisierten Tour, weil die Strecke durch die Wüste unübersichtlich ist.

Wie sich eine Quad-Tour anfühlt, beschreibe ich ausführlich im Beitrag zur Quad-Safari in Hurghada.

So läuft eine typische Tour ab

  1. Abholung: Der Fahrer holt dich am Hotel ab, bei Nachmittagstouren meist mittags oder am frühen Nachmittag.
  2. Einweisung: Am Startpunkt erklärt der Guide alles, auch für Leute, die noch nie Quad gefahren sind. Helm und Brille werden gestellt. Nach ein paar Proberunden fühlt man sich schnell sicher.
  3. Fahrt durch die Wüste: Mit Stopps für Fotos und zum Durchatmen.
  4. Beduinendorf: Tee, Fladenbrot und oft auch Shisha, dazu erzählt der Guide vom Leben in der Wüste.
  5. Sonnenuntergang: Ein Moment, den man nicht so schnell vergisst.
  6. Abendessen und Rückfahrt: Bei vielen Touren gibt es ein Grillessen, manchmal mit Musik. Danach geht es zurück ins Hotel.

Kurze Touren dauern etwa drei Stunden, Kombitouren mit Abendessen bis zu acht Stunden inklusive Abholung. Auf Buchungsportalen gibt es dreistündige Touren mit Quad, Kamel und Beduinendorf schon ab rund 20 US-Dollar, dazu kommt oft eine kleine Gebühr für Nationalpark oder Wüstenstation. Kombitouren mit Abendessen kosten mehr. Trinkgeld und Extras wie Getränke sind meist nicht enthalten. Wer außerhalb wohnt, etwa in El Gouna oder Makadi Bay, zahlt für die Abholung oft extra.

Was du mitnehmen solltest

  • Lockere Kleidung und feste Schuhe
  • Ein großes Tuch gegen Staub und Sonne
  • Sonnenbrille und Sonnencreme, die Sonne in der Wüste ist sehr stark
  • Wasser, man schwitzt mehr, als man denkt
  • Eine Jacke für den Abend, nach Sonnenuntergang kühlt es in der Wüste schnell ab, vor allem im Winter
  • Bargeld für Trinkgeld und Getränke
  • Eine Tasche für Handy und Kamera, Sand kommt überall rein

Sicherheit: darauf solltest du achten

Das Auswärtige Amt rät, Wüstentouren nur mit einem anerkannten, lizenzierten Anbieter und ortskundiger Begleitung zu machen und keine Ziele jenseits gesicherter Orte und Straßen anzufahren. Für entlegene Wüstengebiete braucht es zusätzlich eine Sondergenehmigung, und selbst genehmigte Touren können dort von Militär und Sicherheitsbehörden kurzfristig untersagt werden. Mehr dazu beim Militär in Hurghada.

  • Seriös buchen: Über dein Hotel, die Reiseleitung oder bekannte Anbieter mit guten Bewertungen, nicht beim erstbesten Straßenverkäufer.
  • Helm tragen: Beim Quad immer, auch wenn es heiß ist.
  • Auf den Guide hören: Gerade bei schnelleren Passagen. Wer zu viel Gas gibt, landet schnell im Sand.
  • Hitze ernst nehmen: Im Sommer sind Touren am Nachmittag und Abend angenehmer als mittags.
  • Wetter beachten: Bei einem Sandsturm fallen Touren oft aus, siehe Sandsturm in Hurghada.
  • Finger weg von Schlangen: Lass dir keine Schlangen oder Skorpione umlegen. Im April 2026 starb in Hurghada ein Urlauber nach dem Biss bei einer Schlangenshow in einem Hotel.

Respekt vor Menschen und Natur

In den Beduinendörfern bist du Gast. Frag, bevor du Menschen fotografierst, und behandle sie nicht wie eine Attraktion. Mehr über ihr Leben erfährst du im Beitrag über die Beduinen in Hurghada. Nimm deinen Müll wieder mit, auch wenn die Wüste riesig wirkt. Und achte beim Kamelritt darauf, wie die Tiere behandelt werden. Wenn dir etwas nicht gefällt, sag es dem Anbieter. Warum das wichtig ist, steht im Beitrag zum Umweltschutz in Hurghada.

Mein Fazit

Unsere Quad-Tour war eines der stärksten Erlebnisse in unserem Ägypten-Urlaub, und die Begegnungen mit den Beduinen gehören für mich zu den eindrucksvollsten Erlebnissen in Ägypten. Wer Action mag, nimmt das Quad, wer es ruhiger mag, den Jeep. Wichtig ist nur, dass du bei einem seriösen Anbieter buchst und auf den Guide hörst. Weitere Ideen findest du bei den Ausflügen ab Hurghada.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Wüstensafari in Hurghada?

Kurze Touren dauern etwa drei Stunden, Kombitouren mit Sonnenuntergang und Abendessen bis zu acht Stunden, jeweils inklusive Abholung am Hotel.

Was kostet eine Wüstensafari?

Kurze Touren gibt es auf Buchungsportalen ab rund 20 US-Dollar, oft plus einer kleinen Gebühr für Nationalpark oder Wüstenstation. Kombitouren mit Abendessen kosten mehr. Trinkgeld kommt dazu.

Ist eine Wüstensafari sicher?

Mit einem lizenzierten Anbieter, Helm und einem Guide, auf den du hörst, meist ja. Ein Restrisiko bleibt, etwa durch Stürze mit dem Quad oder die Hitze. Das Auswärtige Amt rät, Wüstentouren nur mit ortskundiger, lizenzierter Begleitung zu machen.

Quad oder Jeep, was ist besser?

Das Quad ist für alle, die selbst fahren und Action wollen. Der Jeep ist bequemer und passt besser zu Familien mit kleinen Kindern.

Quellen und Stand

Stand: 15. Oktober 2026. Preise und Abläufe unterscheiden sich je nach Anbieter. Wüstentouren können kurzfristig von den Behörden untersagt werden.

Oliver Misch, Autor von Hurghada24

Über den Autor: Oliver Misch

Schreibt auf Hurghada24 seit 2024

Oliver war über 20 Mal in Hurghada, im Hochsommer genauso wie im Januar. Auf Hurghada24 schreibt er auf, was vor Ort wirklich hilft und was er beim nächsten Mal anders machen würde. Mehr über Oliver