Militär in Hurghada ist für die meisten Urlauber kein großes Thema. Im Hotel, am Strand und in der Stadt siehst du vor allem Polizei und private Sicherheitsleute. Trotzdem ist die Armee in Ägypten überall präsent, etwa an Kontrollpunkten auf den Straßen und in Sperrgebieten. Wer ein paar Regeln kennt, kommt in der Regel gut klar. Wer sie nicht kennt, kann schnell Ärger bekommen, vor allem mit Kamera oder Drohne. Hier steht, was du wissen solltest.

Wo du dem Militär begegnest

  • Kontrollpunkte: Auf Überlandstraßen, etwa bei einem Ausflug nach Luxor, wirst du an Kontrollposten der Sicherheitskräfte vorbeikommen. Laut Auswärtigem Amt ist vor allem nachts mit verstärkten Kontrollen zu rechnen.
  • Sperrgebiete: In Ägypten gibt es zahlreiche militärische Sperrgebiete, auch in der Wüste. Sie sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Bleib deshalb auf gesicherten Straßen und den Wegen, die dein Guide fährt.
  • Wüstenausflüge: Laut Auswärtigem Amt solltest du sie nur mit einem anerkannten, lizenzierten Anbieter und ortskundiger Begleitung machen. Für entlegene Wüstengebiete im Westen und Süden des Landes braucht es eine Sondergenehmigung, und selbst genehmigte Touren können dort von Militär und Sicherheitsbehörden kurzfristig untersagt werden.

Mehr zur Polizei, zu Notrufnummern und zur Touristenpolizei steht im Beitrag über die Polizei in Hurghada.

Fotografieren: Das ist tabu

Das Fotografieren von Militär und Polizei ist in Ägypten ohne entsprechende Genehmigung nicht gestattet, für Urlauber also praktisch tabu. Dasselbe gilt für Gefängnisse. Wer es trotzdem tut, riskiert laut Auswärtigem Amt, dass die Kamera beschlagnahmt wird, und im schlimmsten Fall eine Festnahme. Das Fotoverbot gilt auch für Soldaten an einem Kontrollpunkt, für Kasernen, Militärfahrzeuge und Sperrgebiete.

Drohnen: lieber zu Hause lassen

Die Einfuhr von Drohnen ist ohne vorherige Genehmigung der ägyptischen Zivilluftfahrtbehörde untersagt. Findet der Zoll eine Drohne im Gepäck, wird sie beschlagnahmt. Laut Auswärtigem Amt sind auch Verhaftungen und Strafverfolgung möglich. Für einen normalen Urlaub lohnt sich der Aufwand einer Genehmigung kaum, die Drohne bleibt also besser daheim.

Was an einem Kontrollpunkt passiert

An einem Kontrollpunkt wird das Fahrzeug angehalten, manchmal werden Ausweise oder Gepäck kontrolliert. Ein paar Dinge helfen:

  • Auf Fahrten über Land den Reisepass dabeihaben. Der Personalausweis wird laut Auswärtigem Amt nicht von jeder Stelle in Ägypten als ausreichend anerkannt.
  • Ruhig und freundlich bleiben, keine Fotos machen.
  • Kontrollen kann es auch durch Polizisten in Zivil geben, manchmal wird sogar das Handy durchsucht. Wer sich weigert, riskiert laut Auswärtigem Amt eine Festnahme.

Militär in der Geschichte von Hurghada

Die Armee spielt in Hurghada schon lange eine Rolle. Im sogenannten Abnutzungskrieg zwischen Ägypten und Israel befestigten ägyptische Truppen die Insel Schadwan nordöstlich der Stadt als Radarposten. Im Januar 1970 landeten israelische Soldaten mit Hubschraubern auf der Insel und hielten sie etwas mehr als einen Tag lang. Im Oktoberkrieg 1973 griff die israelische Marine den Hafen von Hurghada mehrfach an, dabei wurden ägyptische Raketenboote zerstört. Mehr dazu in der Geschichte Ägyptens.

Militär am Roten Meer heute

Das Rote Meer ist für Ägypten strategisch wichtig, denn hier läuft der Schiffsverkehr zum Suezkanal. Entsprechend hat die Armee ihre Präsenz in den letzten Jahren ausgebaut:

  • Safaga: Im Januar 2017 wurde in Safaga, südlich von Hurghada, das neue Hauptquartier der ägyptischen Südflotte eingeweiht.
  • Berenice: Weit im Süden der Provinz eröffnete im Januar 2020 die Militärbasis Berenice mit Luftwaffen- und Marinestützpunkt. Sie soll unter anderem die Schifffahrt zwischen Rotem Meer und Suezkanal sichern.
  • Inseln: Per Dekret vom August 2019 gingen 47 staatliche Inseln im Roten Meer an die Streitkräfte, eingestuft als Land von militärischer Bedeutung. Dazu kamen große Flächen in der Bucht von Gamsha nördlich von Hurghada und bei Zafarana.

Für deinen Urlaub ändert das wenig. Ausflüge zu den Inseln vor Hurghada finden weiter statt, etwa nach Mahmya und Paradise Island. Welche Folgen die Konflikte in der Region haben, steht im Beitrag zum Nahost-Konflikt.

Wehrpflicht in Ägypten

In Ägypten gilt die Wehrpflicht für Männer, einberufen wird nach den verfügbaren Angaben zwischen 18 und 30 Jahren. Wie lange sie dauert, hängt vor allem vom Bildungsabschluss ab, meist zwischen 12 und 36 Monaten. Wer studiert hat, dient in der Regel kürzer. Viele junge Ägypter haben diese Zeit also schon hinter sich, bevor sie ins Berufsleben starten, auch im Tourismus.

Muss ich mir Sorgen machen?

Meist nicht. Die vielen Kontrollen und Uniformen wirken auf manche Urlauber erst einmal ungewohnt, gehören in Ägypten aber zum Alltag, gerade in den Urlaubsorten. Das Auswärtige Amt rät für Ägypten, auch für die Touristengebiete am Roten Meer, zu besonderer Vorsicht. Was das konkret heißt, liest du im Beitrag zur Reisewarnung für Hurghada.

Häufige Fragen

Darf ich in Ägypten Soldaten fotografieren?

Nein. Ohne Genehmigung ist das Fotografieren von Militär und Polizei nicht gestattet. Es drohen die Beschlagnahme der Kamera und eine Festnahme.

Kann ich meine Drohne mit nach Hurghada nehmen?

Nur mit einer vorher eingeholten Genehmigung der ägyptischen Zivilluftfahrtbehörde. Ohne Genehmigung beschlagnahmt der Zoll die Drohne, auch Strafverfolgung ist möglich.

Gibt es in Hurghada viel Militär?

In der Stadt und in den Hotels fällt es kaum auf. Du begegnest Sicherheitskräften vor allem an Kontrollpunkten auf den Straßen und siehst Sperrgebiete in der Wüste und an der Küste.

Quellen und Stand

Stand: 15. Oktober 2026. Regeln zu Fotos, Drohnen und Wüstenreisen können sich ändern. Prüf vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts.

Oliver Misch, Autor von Hurghada24

Über den Autor: Oliver Misch

Schreibt auf Hurghada24 seit 2024

Oliver war über 20 Mal in Hurghada, im Hochsommer genauso wie im Januar. Auf Hurghada24 schreibt er auf, was vor Ort wirklich hilft und was er beim nächsten Mal anders machen würde. Mehr über Oliver