Regen in Hurghada klingt erstmal so, als würde man über Einhörner sprechen. Ich war inzwischen viele Male dort und hab vielleicht zwei oder drei kleine Regenschauer erlebt – und jedes Mal war es sofort ein Gesprächsthema im ganzen Hotel. Die meisten, die zum ersten Mal nach Ägypten fliegen, glauben fast, dass es dort nie regnet. Ganz so extrem ist es zwar nicht, aber viel fehlt echt nicht. Regen ist in Hurghada etwas Besonderes, und genau deshalb lohnt sich ein eigener Artikel darüber.
Wie selten regnet es in Hurghada wirklich?
Hurghada liegt mitten in der Wüste und hat ein sogenanntes „arides Klima“. Das bedeutet: extrem wenig Niederschlag, viel Sonne und fast durchgehend klare Luft. In den Sommermonaten von Mai bis Oktober ist die Regenwahrscheinlichkeit praktisch bei null. Wenn da fünf Tropfen fallen, landet es sofort in sämtlichen WhatsApp-Gruppen.
Im Winter – besonders im Dezember und Januar – gibt es theoretisch eine Chance auf Regen. Aber selbst dann ist es sehr selten. Manchmal regnet es einmal im Monat für fünf Minuten, manchmal gar nicht. Es gibt Jahre, da fällt über Monate kein einziger Tropfen. Und wenn es doch mal regnet, sieht man es oft schon vorher, weil sich das Wetter plötzlich komplett anders anfühlt: feuchter, etwas windiger, manchmal sogar leichte „Küstenwolken“, die man sonst nie sieht.
Was passiert, wenn es in Hurghada regnet?
Ganz ehrlich? Chaos. Die Stadt ist nicht darauf ausgelegt. Es gibt kaum funktionierende Abwasserkanäle, die meisten Straßen sind nicht gebaut wie in Europa. Wenn ein kurzer Regenschauer herunterkommt, sammelt sich das Wasser sofort in großen Pfützen. Bei einem stärkeren Regen verwandeln sich ganze Straßen in kleine Bäche.
Ich erinnere mich an einen Schauer in Makadi Bay. Keine zwei Minuten Regen – und schon war eine Unterführung halb geflutet. Die Hotelangestellten haben das Ganze ziemlich entspannt genommen und erstmal Fotos gemacht. Viele Ägypter feiern Regen richtig, weil er für sie ein seltenes Naturereignis ist. Einer aus dem Hotel meinte damals zu mir: „Regen bedeutet Glück.“ Und irgendwie hatte das was Schönes. Auch sind viele elektrische Leitungen nicht für den Kontakt mit Wasser ausgelegt – hier herrscht lebensgefahr!
Warum Regen in Hurghada so faszinierend wirkt
Für uns Deutsche ist Regen normal. Hier regnet’s öfter, als uns lieb ist. Aber in Hurghada ist es fast magisch. Die Wüste riecht anders, die Luft fühlt sich frischer an und die Stimmung ist ein bisschen wie im Film. Viele Urlauber gehen sogar extra raus, um ein Video zu machen, weil sie wissen: Daheim glaubt’s ihnen sonst keiner.
Auf Social Media sieht man regelmäßig Clips, wie Regen über die Promenade der Marina zieht oder wie Hotels plötzlich ihre Stühle ins Trockene tragen, als ob ein Jahrhundertsturm kommt. Meistens sind es aber nur ein paar Minuten Regen – und danach ist wieder 100 % Sonnenschein.
Gibt es Gefahren bei Regen in Hurghada?
Eigentlich nicht, aber man sollte ein paar Dinge wissen:
- Rutschige Wege: Viele Hotelwege werden glatt wie Eis, wenn sie nass sind.
- Stromkabel: In manchen Gegenden hängen offene Kabel – Abstand halten!
- Starkregen: Kann zu „Flash Floods“ führen, also kurzen Überflutungen.
- Auto fahren: Lieber vermeiden, die Straßen sind nicht für Regen gemacht.
Die Hotels kennen das Problem aber und reagieren schnell. Manche sperren kurz bestimmte Wege ab oder schicken Mitarbeiter raus, die alles checken.
Wann regnet es am ehesten?
Die höchste Regenchance hat Hurghada zwischen November und Februar. Meistens passiert aber trotzdem nichts, und wenn, dann oft frühmorgens oder abends. Der typische „Urlaubsregen“, also tagsüber, ist extrem selten. Die meisten Schauer dauern nur wenige Minuten und sind danach sofort wieder vorbei.
Regen und Wüste – warum passt das so schlecht zusammen?
Die Wüste ist trocken – logisch. Der Boden ist hart und nimmt Wasser kaum auf. Wenn plötzlich Regen kommt, kann der Boden es nicht speichern, also fließt alles oberflächlich ab. Deshalb kommt es schnell zu kleinen Sturzfluten. In Hurghada passiert das zum Glück selten, aber in oberen Wüstenregionen Richtung Luxor oder Sinai gibt es das öfter.
Manchmal entstehen dann sogar kurzfristige Seen, die nach ein paar Stunden wieder verschwunden sind. Total verrückt, aber spannend zu beobachten.
Warum Regen in Hurghada trotzdem etwas Schönes ist
Auch wenn die Einheimischen beim Regen sofort in Alarmbereitschaft gehen, hat das Ganze etwas Besonderes. Es ist ein Moment, wo die Stadt kurz stillsteht. Alle schauen hoch, filmen, lachen, staunen. Und mal ehrlich: Auch für uns Urlauber ist es spannend, die Wüste mal „anders“ zu sehen. Regen zerstört den Urlaub nicht – er bringt einfach Abwechslung in die immer gleiche Sonne-blauer-Himmel-Postkarte.
Und keine Sorge: Selbst wenn ihr einen kleinen Schauer erwischt, kurze Zeit später ist wieder Sonnenschein. So ist Hurghada nunmal.